1955 begann Dieter Rams seine Arbeit bei Braun zunächst als Architekt und Innenarchitekt. Dort war er bis 1995 verantwortlich für das Produktdesign.
1957 entstanden seine ersten konkreten Entwürfe für Möbelsysteme, wie das Tischprogramm 570 (Doppelplattentisch) und das Montagesystem 571. Die Möbelentwürfe von Dieter Rams zeigten nicht nur formale Analogien zu den von ihm entworfenen Hifi-Geräten, einige waren sogar millimetergenau auf diese abgestimmt.
1960 erschien das Regalsystem 606, das bis heute hergestellt wird. Weitere Entwürfe, wie das Sesselprogramm 620 und das Satztischprogramm 010 folgten.
Am besten läßt sich das Werk Dieter Rams mit seinen 10 Designthesen zusammenfassen:
1. Gutes Design ist innovativ.
2. Gutes Design macht ein Produkt verständlich.
3. Gutes Design ist ästhetisch.
4. Gutes Design macht ein Produkt brauchbar.
5. Gutes Design ist unaufdringlich.
6. Gutes Design ist ehrlich.
7. Gutes Design ist langlebig.
8. Gutes Design ist konsequent bis ins letzte Detail.
9. Gutes Design ist umweltfreundlich.
10. Gutes Design ist sowenig Design wie möglich.
Curriculum Vitae
Am 20. Mai 1932 geboren in Wiesbaden.
Frühzeitige Beschäftigung mit dem Tischlerhandwerk durch den Großvater, der Schreinermeister war.
1947 Beginn des Studiums der Architektur und Innenarchitektur an der Werkkunstschule Wiesbaden
1948-1951 Unterbrechung des Studiums, um Praktikum und abschließend Gesellenbrief im Tischlerhandwerk zu machen. Kreissieger im Handwerksleistungswettbewerb
Wiederaufnahme des Studiums an der Werkkunstschule Wiesbaden
1953 Diplom mit Auszeichnung
1953-1955 Mitarbeit im Architekturbüro Otto Apel, u.a. damals in Zusammenarbeit mit den Architekten Skidmore, Owings und Merrill (US-Konsulatsgebäude in der BRD)
1955 Beginn bei der Braun AG als Architekt und Innenarchitekt
1956 Erste Aufgaben als Produktdesigner bei der Braun AG
1957 Erste Möbelentwürfe für Otto Zapf - ab 1959 Vitsoe & Zapf - Wiese Vitsoe
seit 1995 sdr+ GmbH & Co. KG:
Tischprogramm 570 (Entwurf 1957)
Regalsystem 606 (Entwurf 1960)
Sesselprogramm 620 (Entwurf 1962)
Korpusprogramm 710 (Entwurf 1971)
Tischprogramm 850 (Entwurf 1985)
Tischprogramm 860 (Entwurf 1957)
Containerprogramm 980/981 (Entwurf 1998 und 2003)
Satztischprogramm 010 (Entwurf 2001)
Garderobensystem 030 (Entwurf 2003)
Vertrieb in Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Österreich, Italien, Spanien, Portugal und Luxemburg
1961 Zum Leiter der Produktdesign Abteilung der Braun AG ernannt
1968 Zum Direktor für Produktdesign der Braun AG ernannt
1980 Ausstellung 'Design: Dieter Rams &', Berlin, Initiator: Internationales Design-Zentrum, Berlin, Wanderausstellung: Biennale of Industrial Design, Ljubljana (1981), Amos Andersen Museum, Helsinki (1981), Padiglione d’Arte Contemporeana di Milano (1981), Victoria and Albert Museum, London (1982), Stedelijk Museum, Amsterdam (1982), Kunstgewerbemuseum, Köln (1983)
1981 Berufung als Professor für Industriedesign an dieHochschule für Bildende Künste, Hamburg
1983 Ausstellung 'Design since 1945', Philadelphia Museum of Art
1988 Zum Generalbevollmächtigten der Braun AG bestellt
1995 Vom Direktor Produkt Design zum Executive Director Corporate Identity Affairs der Braun AG gewechselt
1997 Ausscheiden bei der Braun AG
Von der Hochschule für Bildende Künste emeritiert
2001 Ausstellung 'Tingens stilla ordning', Skissernas Museum Lund, Schweden
Ausstellung „Dieter Rams Haus“ Lissabon, Portugal, Centro de Exposicoés Centro Cultural de Belém, Koproduktion Experimenta/Centro Cultural de Belém – Museo do Design
2002 Ausstellung 'Dieter Rams Design – Die Faszination des Einfachen', Institut für Neue Technische Form, Darmstadt
Ausstellung 'Dieter Rams – Weniger, aber besser', MAK – Museum für Angewandte Kunst, Frankfurt
2003 Ausstellung 'Dieter Rams Design – Die Faszination des Einfachen', Design Zentrum Bremen im Wilhelm-Wagenfeld-Haus
2004 Designing Modern Life - aq History of Modern Design, Design Museum London
2005 Dieter Rams Less but better - Weniger, aber besser, Zen Temple Kenninji Kyoto
2007 Design: Dieter Rams, Staatliches Keramikmuseum, Schloss Kuskovo, Moskau
Ehrungen
1960 Stipendium des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI)
1965 Kunst Preis (Industrie Design) 'Junge Generation, Berlin', zusammen mit Reinhold Weiss, Richard Fischer und Robert Oberheim von der Braun-Design-Abteilung
1968 Hon. RDI (Honorary Royal Designer for Industry of the Royal Society of Arts, London) für herausragendes Design in Möbeln und 'light engineering products'
1978 Verleihung der SIAD Medal der Society of Industrial Artists and Designers, London
1985 Ernennung zum ‚Académico de Honor Extranjero‘ durch die ‚Académia Mexicana de Diseno‘
1986 Ernennung zum Ehrenmitglied der International Faculty, Ontario College of Art, Toronto
1989 Haus Industrieforum Essen wählt das Braun Design-Team als ‚Team des Jahres‘
1990 Erster Preisträger des ‚Industrie Forum Design Hannover‘ für besondere Verdienste für das Design
1991 Verleihung der Ehrendoktorwürde (Doctor Honoris causa) durch das Royal College of Arts, London
1996 Verleihung der World Design Medal durch die Industrial Designer Society of America
1997 Verleihung des Hessischen Verdienstordens
2002 Verleihung des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
2004 Designpreis ONDI für hervorragende Arbeit auf dem Gebiet Industriedesign, Beiträge zur Weltkultur, Havanna, Kuba
2007 Design Preis der Bundesrepublik Deutschland 2007 für das Lebenswerk
2007 Lucky Strike Designer Award der Raymond Loewy Fondation für das Lebenswerk
Mitgliedschaften
Mitglied des VDID (Verband Deutscher Industrie Designer) Ehrenmitglied seit 1997
Mitglied des "Deutschen Werkbundes"
Vorstandsmitglied des Rat für Formgebung von 1976 - 1988, seit 1988 - 1998 Präsident, seit 2002 Ehrenstifter
Mitglied des Vorstandes ICSID (International Council of Societies of Industrial Design) von 1991 - 1995, seit 1995 Regional Advisor
Mitglied der Akademie der Künste Berlin (seit 1999)